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Forschung in Zeiten des Coronavirus

Freitag, 10 April 2020 11:33

Das Coronavirus hat unsere Gesellschaft derzeit fest im Griff. Mehr medizinische Forschung bedeutet heutzutage leider immer noch mehr Tierversuche. Aber geht es auch anders? Viele Fragen stellen sich uns in dieser Situation: Was steckt hinter Covid-19? Wie kann man es bekämpfen? Warum werden Tierversuche dafür gemacht und welche Erfolge konnten durch tierleidfreie Methoden schon erzielt werden? Diese und andere Fragen möchten wir in der folgenden Übersicht für Sie erörtern.

Baltimore: CAAT fördert Covid-19-Forschung

Mittwoch, 01 April 2020 12:33

Als Reaktion auf die Corona-Krise hat das Johns Hopkins Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) einen Teil seines in-vitro-Toxikologie-Förderprogramms von Alan und Helene Goldberg umgewidmet, um die Entdeckung von Mechanismen, Medikamenten oder Impfstoffen gegen die Krankheit Covid-19 bzw. Coronaviren zu finanzieren.

Ein deutsches Forscherteam hat sich mit den Mechanismen des Corona-Virus beschäftigt und ein zelluläres Protein gefunden, das einen möglichen Angriffspunkt gegen das Eindringen des Virus in die Lungenzellen bieten könnte.

Die europäische Validierungsbehörde für Alternativen zu Tierversuchen (EURL ECVAM) der Europäischen Kommission hat ihren Statusbericht 2019 über die Entwicklung, Validierung und rechtliche Anerkennung von Alternativmethoden für wissenschaftliche Zwecke veröffentlicht.

Der Leipziger Hirnforscher Prof. Thomas Arendt, Abteilungsleiter Molekulare und Zelluläre Mechanismen der Neurodegeneration am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung hat anhand neuester genetischer Studien gezeigt, dass Alzheimer vor allem Hirnregionen befällt, die sich in der Menschheitsentwicklung erst spät herausgebildet haben. Trotzdem findet Alzheimerforschung an Tieren statt mit der Folge, dass noch keine medikamentöse Therapie für den Menschen entwickelt worden ist.

Forscher vom UZH Space Hub der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Oliver Ullrich und Dr. Cora Thiel, lassen derzeit menschliches Gewebe aus adulten Stammzellen auf der Weltraumstation ISS züchten. Die Forscher nutzen die Schwerelosigkeit, um bessere auf einen Patienten abgestimmte Transplantate und Gewebe zu erzeugen, mit dem Tierversuche vermieden werden können.

Das Unternehmen Nandatec aus Lübeck testet Kontaktlinsen ohne den Einsatz von Kaninchen. Dafür wird am 3D-Drucker menschliches Augengewebe zunächst gedruckt und mit der Kontaktlinse bestückt.

Forscher des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) haben in einer Zellkultur mit menschlichen Leberzellen entdeckt, dass Natürliche Killerzellen (NK-Zellen, ein Immunzelltyp, der zu den Lymphozyten gehört) den Verlauf einer toxikologischen Leberschädigung durch Arzneimittel beeinflussen. Sie töten die betroffenen Leberzellen direkt ab.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat den 39. Tierschutzforschungspreis ausgeschrieben. Gesucht werden Forschungsarbeiten, die dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen oder ihre Anzahl zu verringern.

Nachwuchswissenschaftler sind eingeladen, sich um einen Preis für die Teilnahme an der zweitägigen Tagung LIVe2020-Lungen-in-vitro-Veranstaltung für innovative & prädiktive Modelle zu bewerben, die vom 2. bis 3. Juli 2020 in Nizza, Frankreich, stattfindet.