Am Fachbereich Bioverfahrenstechnik der Technischen Universität Berlin arbeiten Forscher am "Lab of the Future". Prof. Dr. Peter Neubauer und sein Team wollen mit einer vollautomatisierten Lösung die Zeit von der Entwicklung bis zur Herstellung von Medikamenten drastisch verkürzen.

Bereits im Juni diesen Jahres ist das Projekt EuroBioTox gestartet, mit dem Ziel, Nachweisverfahren und Qualitätssicherungsmaßnahmen bei der Detektion biologischer Toxine zu entwickeln. Ein Ziel ist jedoch auch, bereits entwickelte Tierversuchsersatzmethoden für ausgewählte biologische Toxine zu evaluieren.

In seiner gestrigen Sitzung hat der Senat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters und Senators für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, den Entwurf des neuen Charité-Vertrages 2018-2022 beschlossen. Darin sind 8,6 Millionen Euro für die Initiative zur Entwicklung und Implementierung von Alternativmethoden zu Tierversuchen vorgesehen.

Ogawa-Yamanaka Stammzell-Preis verliehen

Freitag, 21 Juli 2017 12:45

Der schweizer Entwicklungsbiologe und Stammzellforscher Prof. Dr. Lorenz Studer, Gründer und Leiter des Zentrums für Stammzellbiologie am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York hat den diesjährigen Ogawa-Yamanaka Stammzell-Preis verliehen bekommen. Damit wird er für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Reprogrammierung und Anwendung von humanen induzierten pluripotenten Stammzelle geehrt, die bereits zu einer auf Zellen basierenden Therapie zur Behandlung von Parkinson geführt haben.

Ein europäisches Forscherteam hat mit Hilfe einer Zellkultur aus humanen Tonsillen und Computersimulationen einen Mechanismus entschlüsselt, nachdem das als Hirnbotenstoff bekannte Dopamin über einen Signalweg in den Keimzentren der Lymphknoten einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Signalkaskade in B-Zellen und auf die Menge der zur Verfügung gestellten Antikörper hat. Dieser Zusammenhang zwischen Dopamin und Immunsystem kommt beim Versuchstier Maus nicht vor.

Anhand eines eigens entwickelten Lungenentzündungsmodell mit menschlichem Lungengewebe ist es berliner Wissenschaftlern unter der Leitung Prof. Dr. Andreas Hocke von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité gelungen, die Immunreaktion auf eine Doppelinfektion - einer schwerwiegenden Influenzavirus-Infektion und gleichzeitiger Pneumokokken-Infektion - positiv zu beeinflussen.

Die Finanzminister der EU-Mitgliedsländer verlangen, dass der EU-Haushalt für Investitionen in Forschung und Innovation im nächsten Jahr um 491,47 Millionen zu kürzen. Diese Entscheidung wäre äußerst bedauerlich, denn in den letzten 20 Jahren fußte der Wohlstand in der EU zu zwei Dritteln auf Forschung und Entwicklung und dürfte für die Wettbewerbsfähigkeit der Region nicht außer Acht zu lassen sein.

Zwei von Animal Free Research UK finanziell geförderte Projekte sind erfolgreich zum Abschluss geführt worden. Es handelt sich um ein in vitro-Wundheilungsmodell, das an der Queen-Mary Universität London entwickelt worden ist sowie zwei Modelle mit Patienten-eigenen Neurinom-Zellen bzw. Meningiomgewebe. Die Modelle wurden an der Plymouth University entwickelt.

Wie der Tagesspiegel am 18. Juni in seiner Ausgabe schrieb, will der Senat in einem Vertrag mit der Charité für den Zeitraum 2018 bis 2022 zwischen 1,2 Mio bis zu 1,9 Mio. Euro jährlich für die Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch zur Verfügung stellen.

Viele Krankheiten werden heute mit Biopharmazeutika, also Antikörper oder anderen Proteinen bekämpft. Die Massenherstellung dieser Bioarzneistoffe erfolgt aber häufig noch in Säugerzellen. Eine Firma hat hierfür einen Ersatz durch Wimperntierchen gefunden.

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