„Millionen Mäuse, Ratten und Kaninchen sterben jährlich für Versuche - die Zahl könnte durch eine neue EU-Chemikalienrichtlinie drastisch steigen. Forscher arbeiten nun an schonenden Alternativen, doch aufwendige Prüfungen und Bürokratie behindern sie.“ leitet Nora Somborn ihren Bericht "Tierversuch-Alternativen. Im Zweifel für den Tod" auf spiegel.de ein.

Vor einem Jahr hat der Verband die Internetplattform InVitroJobs.com eröffnet. „Mit dieser Seite bieten wir der wachsenden Zahl von Wissenschaftlern, Studenten und Jobsuchenden, die auf tierversuchsfreie Verfahren setzen, ein Vernetzungsinstrument. Heute stehen bereits 50 Forschergruppen aus Deutschland, Europa und den USA auf dieser Seite. Das ist ein ermutigender Start und ein positives Zeichen gegen Tierversuche“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Das Zukunftsmagazin in 3sat "nano - die Welt von morgen" zeigt am Freitag, 23. April 2010 den Beitrag "Künstliche Leber": Die Biologinnen Dr. Johanna Schanz und Prof. Dr. Heike Walles haben ein komplexes Lebermodell mit menschlichen Zellen entwickelt. Es soll einmal Tierversuche ersetzen.

Am Paul-Ehrlich-Institut in Langen beschäftigt sich die im Jahre 2008 mit dem hessischen Tierschutz-Forschungspreis ausgezeichnete Biologin Dr. Beate Krämer mit alternativen Prüfmethoden für Medikamente und Impfstoffe. Sie hat einen Test entwickelt, mit dem die Wirksamkeit von Tollwutimpfstoffen bei Tieren nachgewiesen werden kann, wobei nun 90% weniger Versuchsmäuse sterben müssen. Die Tiere leiden nun auch erheblich weniger.

Den Pressemitteilungen von Tierrechtsorganisationen zufolge verzichtet der größte japanische Teehersteller künftig auf alle Tierversuche. Ein Sprecher der Firma Ito En erklärte, es möge vielleicht etwas mehr kosten, Alternativmethoden einzusetzen, doch man glaube, dass der Schutz von Tieren ein globaler Trend sei.

95 Prozent aller Versuchstiere in der pharmazeutischen Forschung seien Ratten und Mäuse, und fast 100 Prozent davon wären Männchen. "Aber Männer und Frauen sind nicht gleich, auch nicht in ihrer Anfälligkeit für Krankheiten und in ihrem Ansprechen auf Medizin", so die Kritik von Jürgen Langenbach.

Die Auszeichnung wird für herausragende Arbeiten vergeben, die einen richtungweisenden Beitrag zur Vermeidung oder Verminderung von Tierversuchen leisten, oder zu einer deutlichen Verminderung von Schmerzen oder Leiden der verwendeten Tiere beitragen.

Die Auszeichnung wird für herausragende Arbeiten vergeben, die einen richtungweisenden Beitrag zur Vermeidung oder Verminderung von Tierversuchen leisten, oder zu einer deutlichen Verminderung von Schmerzen oder Leiden der verwendeten Tiere beitragen.

Seit Sept. 2009 gestattet die OECD in vitro-Tests mit isolierten Rinder-Hornhäuten (aus „Schlachtabfällen“) als Ersatz für die Tests zur Prüfung des Augenreizungspotenzials an Kaninchenaugen (sog. Draize Test). Die BASF SE in Ludwigshafen entwickelte einen `Test-Kit´, mit dem der in vitro-Test routinemäßig durchgeführt werden kann.

Umweltministerin Margit Conrad fördert damit ein Mainzer Forschungsprojekt, das erheblich belastende Tierexperimente zur Untersuchung der Störung der Blut-Hirnschranke, die nach Rückenmarksverletzungen auftreten können, langfristig ersetzen soll.