“RUS: Die Ural-Region stoppt inhumane Ausbildung“, so lautet die Überschrift des Berichts von G. Krummenacher in der “News”-Kolumne der aktuellen Ausgabe von ALTEX. Mit der formellen Vereinbarung zwischen der Perm State Pharmaceutical Academy und dem Internationalen Netzwerk für humane Ausbildung (InterNICHE), die bereits im Februar 2010 unterzeichnet wurde, ist die Akademie das zehnte russische Institut für höhere Ausbildung, das solch einen Vertrag über die Einführung von Alternativen geschlossen hat.

Der an der Universität Konstanz entwickelte Pyrogentest PyroDetect wurde in Europa als Ersatzmethode für den Tierversuch zugelassen. Die von Prof. T. Hartung und Prof. A. Wendel erfundene Methode hilft das Leiden von ca. 200.000 Kaninchen jährlich in Europa zu vermeiden. Als vollwertiger Ersatz von Tierversuchen in der Arzneimittelsicherheit schreibt der Test Geschichte. Dr. S. Fennrich, der von 1997 bis 2005 die Konstanzer Entwicklungsgruppe leitete, hat für die Entwicklung des Tests mehrere Auszeichnungen erhalten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt innerhalb des "Rahmenprogramms Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" Initiativen, die zum Ziel haben, Tierexperimente durch alternative Methoden zu ersetzen. Nun soll diese Forschungsförderung durch das Karlsruher Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des BMBF evaluiert werden.

In seinem Brief "Warum sind Tierversuche nicht `validiert?´" an die Herausgeber der Fachzeitschrift ALTEX (27, 1/2010, 83), trifft Dr. Erwin Kessler, VgT.ch, eine interessante Feststellung: Im Gegensatz zu tierversuchsfreien (Alternativ-) Methoden unterliegen Tierexperimente keiner Validierungspflicht. Zudem werde die Relevanz von Tierversuchen für die Medizin nicht in Frage gestellt. Angesichts einer neuen Studie zur Qualität von Design, Statistik und Veröffentlichung von Tierexperimenten eine berechtigte Fragestellung.

Die Universität Konstanz und die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Baltimpre (USA) gründen das „Center for Alternatives to Animal Testing – Europe“. Das "CAAT-EU", das an der Uni Konstanz angesiedelt sein wird, wird u. a. Aktivitäten zwischen Europa und Übersee koordinieren, um humane Wissenschaft in Ausbildung und Forschung zu unterstützen.

„Millionen Mäuse, Ratten und Kaninchen sterben jährlich für Versuche - die Zahl könnte durch eine neue EU-Chemikalienrichtlinie drastisch steigen. Forscher arbeiten nun an schonenden Alternativen, doch aufwendige Prüfungen und Bürokratie behindern sie.“ leitet Nora Somborn ihren Bericht "Tierversuch-Alternativen. Im Zweifel für den Tod" auf spiegel.de ein.

Vor einem Jahr hat der Verband die Internetplattform InVitroJobs.com eröffnet. „Mit dieser Seite bieten wir der wachsenden Zahl von Wissenschaftlern, Studenten und Jobsuchenden, die auf tierversuchsfreie Verfahren setzen, ein Vernetzungsinstrument. Heute stehen bereits 50 Forschergruppen aus Deutschland, Europa und den USA auf dieser Seite. Das ist ein ermutigender Start und ein positives Zeichen gegen Tierversuche“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Das Zukunftsmagazin in 3sat "nano - die Welt von morgen" zeigt am Freitag, 23. April 2010 den Beitrag "Künstliche Leber": Die Biologinnen Dr. Johanna Schanz und Prof. Dr. Heike Walles haben ein komplexes Lebermodell mit menschlichen Zellen entwickelt. Es soll einmal Tierversuche ersetzen.

Am Paul-Ehrlich-Institut in Langen beschäftigt sich die im Jahre 2008 mit dem hessischen Tierschutz-Forschungspreis ausgezeichnete Biologin Dr. Beate Krämer mit alternativen Prüfmethoden für Medikamente und Impfstoffe. Sie hat einen Test entwickelt, mit dem die Wirksamkeit von Tollwutimpfstoffen bei Tieren nachgewiesen werden kann, wobei nun 90% weniger Versuchsmäuse sterben müssen. Die Tiere leiden nun auch erheblich weniger.

Den Pressemitteilungen von Tierrechtsorganisationen zufolge verzichtet der größte japanische Teehersteller künftig auf alle Tierversuche. Ein Sprecher der Firma Ito En erklärte, es möge vielleicht etwas mehr kosten, Alternativmethoden einzusetzen, doch man glaube, dass der Schutz von Tieren ein globaler Trend sei.