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Donnerstag, 19 Mai 2011 07:40

Schweiz: 3d-Gewebemodelle ersetzen Tierversuche

In Wädenswil (Schweiz) wird menschliches Gewebe im Labor gezüchtet, um neue Medikamente und Kosmetika im Reagenzglas zu testen und Tierversuche zu reduzieren.


Am Institut für Chemie und Biologische Chemie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil wird menschliches Gewebe im Labor gezüchtet. Damit können neue Medikamente und Kosmetika im Reagenzglas getestet und Tierversuche reduziert werden. Ein neues Kompetenzzentrum «Gewebe zur Wirkstoffentwicklung» wird hierfür von der Gebert Rüf Stiftung unterstützt. Ziel ist es, verschiedene Partner aus Wissenschaft und Industrie an einen Tisch bringen.

Im Auftrag einer Kosmetikfirma z.B. wird zur Testung pflanzlicher Wirkstoffe ein speziell entwickeltes 3D-Hautmodell eingesetzt, das die verschiedenen Zelltypen der menschlichen Haut umfasst. Am Modell der Mundschleimhaut dagegen kann man studieren, wie die Zellen nach einer kleinen Verletzung wieder zusammenwachsen. Das Prinzip der dreidimensionalen Modelle lässt sich aber auch für die pharmazeutische Wirkstoffentwicklung und die Wirkstoffprüfung für die individualisierte Medizin einsetzen. Im Kompetenzzentrum werden derzeit Vergleiche mehrerer Systeme zur Kultivierung von 3D-Geweben gemacht. Ein weiteres Projekt ist die Etablierung des Einfrierprozesses von 3D-Geweben, damit sie gelagert und transportiert werden können.

Am 21. Juni 2011 gibt es einen Kick-off-Workshop in Wädenswil. Das Zentrum für das Kompetenzzentrum bilden die ZHAW und der Industriepartner InSphero AG. Dr. Jan Lichtenberg, ein Repräsentant der InVitroJobs-Arbeitsgruppenliste.

Weitere Informationen: www.lsfm.zhaw.ch/medien

Fachlicher Kontakt:

Prof. Dr. Ursula Graf-Hausner
Institut für Chemie und Biologische Chemie
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Wädenswil
Telefon: +41 / 058 934 55 18,
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