Montag, 02 Juni 2025 10:11

Studierendenzusammenschluss startet Aufruf für tierfreie Methoden in die Hochschullehre Empfehlung

Auf der Plattform des Freien Zusammenschlusses von Student*innenschaften (fzs) fordern Studentinnen und Studenten, dass neue tierfreie Methoden von Anfang an in der Lehre aller einschlägigen Studiengänge vermittelt werden.


Zu den zu reformierenden Studiengängen gehören demnach die natur- und agrarwissenschaftlichen sowie medizinischen Studiengänge (Biologie, Biotechnologie, Biochemie, Bioinformatik, Neurowissenschaften, Pharmazie, Toxikologie, Humanmedizin, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Medizintechnologie, Psychologie, Ernährungswissenschaften, Agrarwissenschaften u. ä.). Da die Bedarfe in den jeweiligen Fächern sehr unterschiedlich seien, könne es sich dabei um Wahl- oder Pflichtfächer mit vorhandenen Methoden und Methodenentwicklung handeln, um einzelne Module oder um ganze Bachelor- und Masterstudiengänge, heißt es in dem Aufruf.

Die Studierendenschaft wünscht sich diese Modernisierung, da sie bei den Studierenden auf großes Interesse stoßen und auch die Industrie die neuen Tier(versuchs)freien Ansätze immer mehr einsetzt. Ein weiterer immer wichtiger werdender Bereich ist die patientenbasierte Forschung. Nicht nur das Tierleid, sondern auch die Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse führten zu der Nachfrage nach tierfreien Methoden, so heißt es weiter. Der große Innovationsschub, gerade bei der Weiterentwicklung vorhandener und der Entwicklung völlig neuer Methoden werde jedoch durch den Lock-In-Effekt eines über Jahrzehnte auf Tierversuche ausgelegten Lehr- und Forschungsbetriebs ausgebremst.

Neue tierfreie Methoden werden im Moment, wenn überhaupt, erst vereinzelt ab dem Master- oder Doktorand*innen-Niveau gelehrt. Damit werden immer weiter zunächst tierverbrauchsfördernde Methoden gelehrt. Hinzu kommen bürokratische Hürden bei der Anerkennung/ Validierung der Methoden, Vorprägungen in der wissenschaftlichen Publikationspraxis und in der finanziellen Forschungsförderung, was die Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre genauso wie der Berufswahl im Bereich NAMs stark einschränkt und den Hochschulstandort Deutschland benachteiligt, bemängeln die Studierenden. Mit einem Abbau der benachteiligenden Hürden, groß angelegten Unterstützungsprogrammen (auch in der Grundlagenforschung) und 1R- (Replacement) statt 3R-Zentren könne das gelingen.

Weitere Informationen:
https://www.fzs.de/2025/05/26/new-approach-methodologies-in-die-hochschullehre/