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Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) besetzen in einem gemeinsamen Berufungsverfahren eine Universitätsprofessur für Experimentelle Toxikologie und Alternativen zum Tierversuch. Hierbei wird u. a. die konzeptionelle Weiterentwicklung und Realisierung der Forschung im Bereich der in vitro-Alternativmethoden erwartet.

Ein Flüssigkeitssystem im Microbereich, auf dem fragile Blutgefäße fixiert werden können, wurde vor kurzem von kanadischen Wissenschaftlern entwickelt. Das Meßsystem erlaubt, die Faktoren zu untersuchen, die kardiovaskuläre Erkrankungen fördern und aufrechterhalten. Das System könnte für die Routinetestung von Arzneistoffkandidaten an lebensfähigen Arterien verwendet werden, wodurch der Prozess der Arzneimittelentwicklung beschleunigt und Tierexperimente reduziert werden könnten.

Wir freuen uns, mittlerweile über 85 state-of-the-art Forschergruppen und Firmen auf unserer Liste der Arbeitsgruppen gelistet zu haben. Diese Gruppen wenden hauptsächlich tierversuchsfreie Methoden an, oder entwickeln diese sogar selbst.

Die FH Jena lädt am 20. Juli 2010 zu einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Forschungsprojektes „FASTEST“. Seit 2009 sind Tierversuche im Rahmen von Untersuchungen für Kosmetikprodukte EU-weit verboten. Aber es gibt bisher nur wenig geeignete Alternativen. Eine Arbeitsgruppe der FH Jena arbeitet an einer „Multianalyseplattform“, um Tests von Kosmetika ohne Tierversuche zu realisieren.

Die Berliner Professorin für Veterinärmedizin Johanna Plendl erforscht zusammen mit der südafrikanischen Professorin für Biochemie Zodwa Dlamini südafrikanische Pflanzen, die eine Wirkung auf die Bildung von Blutgefäßen haben und traditionell gegen Krebs eingesetzt werden. Plendl untersucht dabei die Wirkung von Pflanzen-Extrakten mit einem preisgekrönten Verfahren, welches die Blutgefäßforschung ohne Tierversuche ermöglicht.

Donald E. Ingber, Harward Univ., Boston (MA/USA), und seine Kollegen haben ein Messmodul erstellt, das eine menschliche Lunge auf einem Chip simuliert. Lungen- und Blutzellen wurden mit modernen Mikrofabrikations-Techniken aus der Computerindustrie sowie Tissue-Engineering Techniken bearbeitet. Die Möglichkeiten dieser „Lunge-auf-dem-Chip“, die Aufnahme von in der Luft verteilten Nanopartikeln vorherzusagen sowie entzündliche durch mikrobielle Krankheitserreger ausgelöste Prozesse zu untersuchen, ist ein weiterer Beweis für das Konzept, dass „Organe-auf-dem-Chip“ viele Tierversuche ersetzen könnten.

Die „European Partnership for Alternative Approaches to Animal Testing (EPAA)”, ein ehrenamtlicher Zusammenschluß zwischen Europäischer Kommission, europäischen Handelsverbänden und Firmen aus 7 Industriezweigen, will die Entwicklung, Validierung und Anerkennung von alternativen Ansätzen beschleunigen. Die Initiative schreibt einen bis zu 100.000€ dotierten Preis aus, um die Entwicklung und behördliche Anerkennung von 3R-Alternativmethoden zu unterstützen.

Die aktuelle Ausgabe des "AltTox Digest" kann nun online abgerufen werden.
Die Übersicht bringt u. a. folgende Neuigkeiten: Eine neue Richtlinie für eine in vitro skin irritation-Testmethode, die von der OECD zugelassen wurde; Ankündigung eines Workshops des "Human Toxicology Project Consortium":
Informationen zum 8. Weltkongress zu Alternativen und der Verwendung von Tieren in den Lebenswissenschaften (21-25. August 2011 in Montréal/Kanada).

Ein einzigartiges, patentiertes Testsystem zum Nachweis und zur Quantifizierung verschiedenster fiebererzeugenden Stoffe (Pyrogene), das „PyroDetect System“, simuliert menschliche Fieberreaktionen besser als jeder erhältliche Test am lebenden Tier. Das Europ. Zentrum zur Validierung alternativer Methoden bestätigte die einfache Handhabbarkeit und Zuverlässigkeit des Tests, der nun in das Europäische Arzneibuch als Alternative zum Kaninchentest eingeführt wurde.

“RUS: Die Ural-Region stoppt inhumane Ausbildung“, so lautet die Überschrift des Berichts von G. Krummenacher in der “News”-Kolumne der aktuellen Ausgabe von ALTEX. Mit der formellen Vereinbarung zwischen der Perm State Pharmaceutical Academy und dem Internationalen Netzwerk für humane Ausbildung (InterNICHE), die bereits im Februar 2010 unterzeichnet wurde, ist die Akademie das zehnte russische Institut für höhere Ausbildung, das solch einen Vertrag über die Einführung von Alternativen geschlossen hat.