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Wie der Tagesspiegel am 18. Juni in seiner Ausgabe schrieb, will der Senat in einem Vertrag mit der Charité für den Zeitraum 2018 bis 2022 zwischen 1,2 Mio bis zu 1,9 Mio. Euro jährlich für die Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch zur Verfügung stellen.

Viele Krankheiten werden heute mit Biopharmazeutika, also Antikörper oder anderen Proteinen bekämpft. Die Massenherstellung dieser Bioarzneistoffe erfolgt aber häufig noch in Säugerzellen. Eine Firma hat hierfür einen Ersatz durch Wimperntierchen gefunden.

Eine Wissenschaftlerin des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schätzt, dass es noch rund 20 Jahre dauern könnte, bis die Tierversuche im Bereich der Arzneimittelentwicklung durch Multi-Organ-Chips abgelöst werden können.

Ein Wissenschaftlerteam aus Spanien will Patienten-eigene Knochen und Knorpel in dreidimensionaler Form drucken. Damit soll später einmal der Ersatz von Prothesen aus Metall möglich sein.

Das europäische Referenzlabor für Alternativen zum Tierversuch (EURL-ECVAM) hat eine Validierungsstudie gestartet, in der in vitro-Methoden bewertet werden, die hormonwirksame Chemikalien identifizieren können. In der Validierungsstudie kommen 17 verschiedene in vitro-Methoden als Kandidaten in Betracht.

Das amerikanische Institute for In Vitro Sciences (IIVS) hat gerade ein Labor für Inhalationstoxizitätstests eröffnet und nun ein Vitro Expositionssystem gespendet bekommen. Damit wollen sie die Auswirkungen neuer Zigarettenprodukte wie die next generation Modelle wie IQOS (heat-not-burn-Systeme) und e-Zigaretten auf humane Lungenzellen testen.

Wissenschaftler am Mario Negri Institut für Pharmakologische Forschung in Mailand, Italien, haben erst kürzlich ein von der EFSA finanziertes Projekt abgeschlossen, im Rahmen dessen sie auf Basis von OpenFoodTox-Daten alternative, computergestützte („in silico“) Modellierungstools entwickelten.

In einem Consultation Paper zur Reform der australischen Chemikalienrichtlinie (National Industrial Chemicals Notification and Assessment Scheme, (NICNAS)) sieht das Gesundheitsabteilung der Australischen Regierung  vor, dass vom 1. Juli 2018 an auch in Australien die Herstellung und Vermarktung von "kosmetischen Chemikalien" verboten sein soll, die zuvor an Tieren getestet worden sind. Kosmetische Chemikalien sind solche, die ausschließlich kosmetischen Zwecken dienen.

Animal-Free Research UK (ehemals Dr. Hadwen Trust), die größte britische Stiftung für tierversuchsfreie medizinische Forschung hat in den letzten 5 Jahren 3,2 Millionen britische Pfund in die Forschung investiert und eine Datenbank mit kommerziell erhältlichen serumfreien Medien aufgebaut, die weltweit als Anlaufstelle für Forscher, die nach entsprechenden Medien suchen, zur Verfügung steht. Damit soll die Verwendung von fötalem Kälberserum zu einem Auslaufmodell werden. Gemeinsam mit dem 3R-Centre Utrecht Life Sciences wird diese Datenbank mit einem Empfang eröffnet.

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat im Rahmen der Jahresversammlung in Halle (Saale) eine Förderinitiative beschlossen, mit der erstmals Mittel zur gezielten Förderung von Sequenzierprojekten – und dem damit verbundenen Ausbau der Infrastruktur an Hochschulen – bereitgestellt werden.