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Montag, 08 Januar 2018 17:03

TU Berlin: Vortrag zur Sepsisforschung mit Organ-on-Chip-Technologie

Am 17. April wird der Tierschutzforschungspreisträger des Bundes 2017, Privatdozent Dr. Alexander Mosig, einen Vortrag über Sepsisforschung mit Organ-on-Chip-Systemen halten und dabei die eigens entwickelten Leber-Darm-Modelle auf dem Chip vorstellen.

Die häufig lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) kann zu Organausfällen und damit in 25-30% der Fälle zum Tod führen. In diesem schwerwiegenden Stadium gibt es noch keine Behandlungsmöglichkeiten, daher ist das frühzeitige Erkennen dieser schwerwiegenden Entwicklung für therapeutische Maßnahmen von entscheidender Bedeutung.

Bekannt ist, dass während der frühen Entwicklung einer Sepsis es zu einer typischen Unterbrechung der Barrierefunktion des Epithels und des Endothels kommt. Für den Zusammenbruch dieser Barrierefunktionen wurden zwei Hauptmechanismen ausgemacht. Einerseits sind es Signale, die durch ein dereguliertes und überreagierendes Immunsystem zustande kommen. Zum anderen werden Interaktionen von Bakterien und Pilzen angenommen, die zum zusammenbruch der Barrierefunktion beitragen. Als Folge entsteht eine systemische Entzündung, die zur akuten Sepsis und zur Beeinträchtigung der Leber als eines der ersten betroffenen Organe führt.

Um die zugrundeliegenden molekularen und zellulären Mechanismen, die den Prozess des entzündungsbedingten Organversagens aufzuklären, hat das Arbeitsteam um Dr. Alexander Mosig vom Universitätsklinikum Jena ein humanes Leber-Darm-Modell auf einem Chip entwickelt, das über kleinste Mikrokanälchen umspült wird. Darin befinden sich neben den Organgeweben zirkulierende Immunzellen, die die wichtigen Bestandteile des menschlichen Immunsystems simulieren.

Derzeit arbeitet die Forschergruppe an der Integration des wichtigen Bakterien und Pilzmikrobioms, um sowohl die kommensale als auch die pathogene Interaktion mit den Wirtsgewebe nachzubilden.
 
Dr. Mosig wird sein Darm-Leber-Modell vorstellen und ihren Einsatz als Sepsismodell thematisieren.

Wo und wann: 17.4.2018, 14.15 – 15.30 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, Institut für Biotechnologie, Gebäude 17A, Gustav-Meyer-Allee 25,13355 Berlin, Raum: 478