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Mittwoch, 29 November 2017 11:24

ECHA hält weitere Fortschritte für nötig, um Tierversuche unter REACh ersetzen zu können

Die europäische Chemikalienagentur sieht in ihrem aktuellen Bericht Fortschritte bei den Alternativen zum Tierversuch, jedoch reichen die Entwicklungen noch nicht aus, um das Ende des Tierversuches bei der Chemikalientestung abzusehen.

Darin heißt es, dass es in den letzten zehn Jahren bedeutende wissenschaftliche Entwicklungen in Bezug auf den Ersatz von Tierversuchen für die Sicherheitsbewertung von Chemikalien durch tierversuchsfreie Ansätze gegeben habe. Konzepte wie der integrierte Ansatz für die Prüfung und Bewertung sowie der Adverse Outcome Pathway (AOP)-Ansatz ermöglichen inzwischen eine bessere Nutzung von Daten aus nicht-freien Untersuchungsmethoden. Dadurch wurde der Bedarf an Tierversuchen bereits reduziert.

Für einfachere Endpunkte wie Hautkorrosion/Reizung, schwere Augenschäden/Augenreizung und Hautsensibilisierung verwenden Unternehmen bereits In-vitro-Tests als Standardmethode. Für komplexere Endpunkte, wie z.B. die Toxizität bei wiederholter Verabreichung oder die Reproduktionstoxizität, sei der Ersatz von Tierversuchen jedoch noch nicht absehbar.

Neue Ansätze, wie z.B. in vitro-Mikrosysteme und High-Throughput/High-Content Methoden sind in der Entwicklung. Sie zielen darauf ab, einen besseren Einblick in die Mechanismen der Toxizität zu geben. Sie bedürfen jedoch einer weiteren Standardisierung und Validierung, bevor sie für den regulatorischen Einsatz zugelassen werden können. Ein kontinuierlicher Dialog zwischen Forschern und Regulierungsbehörden ist notwendig, um sicherzustellen, dass Innovationen bei der Bewertung der Stoffsicherheit ohne Tierversuche ohne unangemessene Verzögerung für die behördliche Verwendung in Betracht gezogen werden können. Eine Bestandsaufnahme der tierversuchsfreien Ansätze in verschiedenen Stadien der Entwicklung und der regulatorischen Anwendbarkeit würde helfen, bestehende Lücken zu identifizieren und künftige Schritte zur Verbesserung ihrer Nutzung festzulegen.

Weitere Informationen:
https://echa.europa.eu/de/-/more-progress-needed-to-replace-animal-tests-under-eu-chemicals-laws