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Mittwoch, 04 Oktober 2017 11:15

Krankheitsmodelle: Epilepsie auf dem Chip

Ein Forscherteam von der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, entwickeln ein Organ-on-a-Chip-Modell, um zwei bestimmte Formen von Epilepsie besser behandeln zu können. Dafür erhalten die Wissenschaftler in den nächsten zwei Jahren zwei Millionen Dollar vom National Center for Advancing Translational Sciences (NCATS).

Das Projekt wird von Prof. John Wikswo vom Institute for Integrative Biosystems Research and Education, gemeinsam mit Prof. Aaron Bowman, von der Abteilung Pädiatrie, Biochemie und Neurologie sowie Prof. Kevin Ess, Neurologe und Direktor der Abteilung Pädiatrische Neurologie der School of Medicine. Die Forscher verwenden für ihr Modell ein eigens entwickeltes mikofluidisches System uner dem Namen NeuroVascular Unit, dass sie Blut-hirn-Schranke simuliert, die im Normalfall das Gehirn vor schädlichen Einflüssen schützt. Die zweite Plattform wird I-Wire genannt. Auf ihr wird menschliches Herzgewebe gezüchtet. Die beiden Chipplattformen sollen miteinander verbunden werden. Grund dafür ist, dass die zu untersuchenden Formen der angeborenen Epilepsie sowohl das Gehirn als auch die Herzfunktion beeinträchtigt. Dazu gehört der Komplex der tuberösen Sklerose und mit dem Protein DEPDC5 in Zusammenhang stehende Formen von Epilepsie (1).

Das NCATS hat damit die zweite Phase eines Programms in Angriff genommen, mit dem speziell Krankheitsmodelle auf dem Chip simuliert werden sollen. Dafür soll Humangewebe von Patienten und zum Vergleich gesunden Spendern verwendet werden mit dem Ziel, die Wirksamkeit von Arzneimitteln zu testen.

Quelle und weitere Informationen:
https://news.vanderbilt.edu/2017/09/20/goal-of-new-tissue-chip-research-is-to-assess-efficacy-of-novel-epilepsy-drugs/

(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK385626/