Artikel bewerten
(1 Stimme)
Donnerstag, 10 August 2017 12:33

TU Berlin: Im Lab of the Future können 48 Experimente gleichzeitig durchgeführt werden

Am Fachbereich Bioverfahrenstechnik der Technischen Universität Berlin arbeiten Forscher am "Lab of the Future". Prof. Dr. Peter Neubauer und sein Team wollen mit einer vollautomatisierten Lösung die Zeit von der Entwicklung bis zur Herstellung von Medikamenten drastisch verkürzen.

Zur Realisierung dieses Vorhabens wurde ein vollautomatisiertes Labor geschaffen - das Lab of the Future, das von der Planung bis zur Auswertung der Experimente alles selbstständig per Roboter durchführt. In einem Produktionsraum befinden sich dafür zwei Roboter, einer bestückt mit 48 Minibioreaktorsystemen und ein weiterer zur Durchführung der gesamten Analytik. Sie sind in der Lage, gleichzeitig und voneinander unabhängig
Zellkulturexperimente durchzuführen. Die Robotoren sollen dabei eine Vielzahl an Schritten beherrschen, so z.B. Zellkultur, Beprobung und Analyse. Die meisten gängigen Roboter können derzeit nur einen Schritt durchführen. Für die technischen Entwicklungen sind Dr.-Ing. M. Nicolas Cruz Bournazou, Gruppenleiter Computergestützte Bioprozessentwicklung an der TU, und Laborleiter Dipl.-Ing. Florian Glauche zuständig. die vierte Mitarbeiterin am Lab of the Future ist Dr. Anke Wagner. Sie entwickelt Proteine, die später für Antibiotika oder Krebsmedikamente verwendet werden können.

Während in einem Bioreaktor noch Tests durchgeführt werden, befindet sich dann ein anderer bereits in der Auswertung. Um gleichzeitig auch mathematische Modellierungen durchführen zu lassen, werden während des gesamten Untersuchungsprozesses nicht-invasiv kontinuierliche Messungen Zellwachstum, Sauerstoffkonzentration und pH-Wert der Kultur während des Experiments durchgeführt. Die Messdaten werde in Computerprogramme eingespeist und ermöglichen, den Robotern für die Folgeaufgaben optimal abgestimmte Anweisungen zu erteilen.

Ziel ist es, Entwicklungszeiten zur Herstellung von Medikamenten und anderen biologischen Produkten drastisch zu verkürzen und Kosten zu senken.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/menue/tub_medien/newsportal/forschungs_news/2017/48_experimente_gleichzeitig/
http://www.bionity.com/de/news/164396/48-experimente-gleichzeitig-entwicklungszeiten-drastisch-verkuerzen-und-kosten-senken.html?WT.mc_id=ca0264