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Mittwoch, 01 März 2017 11:07

Heidelberger Wissenschaftler beobachten Zika-Mechanismus

Wissenschaftler der Abteilung Virologie des Heidelberger Uniklinikums unter Prof. Ralf Bartenschläger haben anhand von verschiedenen Zellkulturen beobachtet, dass Zika-Viren ihre Wirtszellen ähnlich dem Dengue-Virus so umbauen, dass aus ihren Virusfabriken entstehen.

Für ihre Untersuchungen verwendete das Forscherteam zwei bekannte Zika-Virusstämme , eine Leberzellkarzinom-Zelllinie (Huh7) und humane neurale Vorläuferzellen. Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren, u.a. mit Ultrastrukturanalysen per (FIB)-scanning Elektronenmikroskopie konnten sie zeigen, dass sich die Membran des endoplasmatischen Reticulums einstülpt und Vesikel abgeschnürt sowie Zisternen für Viruspartikel gebildet
werden. Zudem erfolgt ein Umbau des Zytoskeletts (Mikrotubuli und Intermediärfilamente) zu einer käfigartigen Struktur um die Virus-"Fabrik" herum. Einen ähnlichen Mechanismus übt das Dengue-Virus aus, mit dem das Zika-Virus verwandt ist.

Anhand der mechanistischen Untersuchungen konnten die heidelberger Wissenschaftler aber auch zeigen, dass mit Hilfe von pharmazeutisch wirksamen Substanzen, die am Zytoskelett ansetzen, die Virusreplikation unterdrückt werden kann.

Originalpublikation:
Mirko Cortese, Sarah Goellner, Eliana Gisela Acosta, Christopher John Neufeldt, Olga Oleksiuk, Marko Lampe, Uta Haselmann, Charlotta Funaya, Nicole Schieber, Paolo Ronchi, Martin Schorb, Priit Pruunsild, Yannick Schwab, Laurent Chatel-Chaix, Alessia Ruggieri & Ralf Bartenschlager (2017): Ultrastructural Characterization of Zika Virus Replication Factories. Cell Reports 18: 2113–2123.
http://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(17)30179-1

Quelle:
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/pressemitteilungen