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Donnerstag, 22 September 2011 21:08

InVitroJobs als Experte beim Wissenschaftscafé des WiLaBonn

Zur Frage „Wie kann es gelingen, wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten, dass der „normale“ Bürger etwas davon hat“ veranstaltet der Wissenschaftsladen Bonn (WiLaBonn) in regelmäßigen Abständen ein Wissenschaftscafé, in dem BesucherInnen sich in zwangloser Atmosphäre „auf Tuchfühlung“ mit Forschern und Wissenschaftsjournalisten begeben können. Zum Thema „Stammzellforschung“ war auch Dr. Christiane Hohensee von InVitroJobs am 22. September geladen, um sich zu den Möglichkeiten Stammzellforschung als Ersatzverfahren zu Tierversuchen einer interessierten Schülerschaft von rund 50 Teilnehmern aus der 11. und 12. Klasse für Fragen zur Verfügung zu stellen.

An der Informationsveranstaltung in der Bonner Europaschule nahmen Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung, Dr. Manal Hadenfeld und Dipl.- Biol. Simone Haupt vom Unternehmen Life & Brain, aus der angewandten Forschung, Dr. Ralf Kettenhofen vom Unternehmen Axiogenesis, ferner Martin Heyer vom Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn sowie der u. a. für den Deutschlandfunk arbeitende Wissenschaftsjournalist Michael Lange teil.

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Arbeitsgruppenbildung mit Schülern der 11. und 12. Klassen der Europaschule Bonn.
Links (stehend): Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer Wissenschaftsjournalistin,
rechts: Dr. Christiane Hohensee von InVitroJobs.


Die Schüler zeigten sich insbesondere an ethischen Fragestellungen interessiert. Auf die Diskrepanz zwischen der in Deutschland bestehenden faktischen Fristenlösung, die einen Schwangerschafts-abbruch bis zum dritten Schwangerschaftsmonat rechtswidrig aber straffrei zulässt, wenn vor dem Eingriff eine Beratung stattgefunden hat und eine 3-tägige Bedenkzeit eingehalten wurde, und dem in Deutschland geltenden Stammzellgesetz, wonach embryonale Stammzellen in Deutschland nicht erzeugt, aber unter bestimmten Bedingungen importiert und genutzt werden dürfen, wurde von den Schülern ganz klar hingewiesen.

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Rege Teilnahme von Schülern der Europaschule Bonn.


Auch gab es Stimmen, die sich einen Ersatz der Tierversuche eventueller Forschung zur Xenotransplantation durch Zellkulturen oder künstliche Organe wünschen. Die Schüler wurden dahingehend aufgeklärt, dass diese neuen innovativen Methoden, insbesondere die Forschung an ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen und induzierten pluripotenten Stammzellen  jedoch noch intensiviert werden sollte, um mit neuen Testmethoden den Tiereinsatz nach und nach in vielen Fällen abzulösen. Zudem wurde über die positiven Erfolge zum Beispiel mit dem EST Assay (auf europäischer Ebene anerkannter embryonaler Stammzelltest mit permanenten Zelllinien der Maus im Bereich der Reproduktionstoxikologie) aufgeklört. Jedoch ist die Stammzellforschung zum derzeitigen Zeitpunkt noch mit vielen ungelösten Problemen behaftet, sei es bei den Fragen der Erhöhung der Menge oder bei dem Problem einer Entartung von Zellen.

Dies deckt sich auch mit dem Fazit des gerade erst stattgefundenen Fachkongresses vom 11. bis 14. September mit renommierten Stammzellforschern am Max-Delbrück-Centrum in Berlin-Buch zum Thema. Die künstliche Gewinnung von pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) hat der biomedizinischen Forschung einen enormen Schub verschafft. Doch trotz der vielen Fortschritte in den vergangenen Jahren ist es immer noch ein weiter Weg, bis solche umprogrammierten Stammzellen einmal tatsächlich in Therapien eingesetzt werden können.

Weitere Informationen zum Wissenschaftscafé des WiLaBonn: http://www.wilabonn.de/
Informationen zum Stammzelkongress am Max-Delbrück-Zentrum: http://www.biotechnologie.de/BIO/Navigation/DE/root,did=130158.html