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Dienstag, 30 August 2011 19:10

Helmholtz-Kooperation: Alveolarzell-Modell mit konstanten Zelleigenschaften

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) unter der Leitung von Prof. Dr. Claus-Michael Lehr wollen Lungenzellen von Mäusen zu einem stabilen Modell umbauen, um das Eindringen von Krankheitserregern wie Viren und Bakterien zu erforschen und neue Wirkstoffe zu testen.


Das Projekt "Konditionale Immortalisierung alveolarer Epithelzellen (CILIA)"wird durch Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Berlin vom kommenden Monat an für drei Jahre gefördert.

Bisher führte eine Reimmortalisierung von Lungenzellen nach einem bestimmten Verfahren der Infektion der Zellen mit gentechnische veränderten Viren bei Lungenepithelzellen immer zum Verlust der Barriere-typischen Eigenschaften. Daher wurden Untersuchungen am lebenden Tier als bislang unverzichtbar angesehen.
Zu dieser Problematik ist inzwischen ein wichtiger Erfolg zu verzeichnen: Die Arbeitsgruppe von Dr. Dagmar Wirth am HZI in Braunschweig hat ein Verfahren entwickelt, bei dem Zellen trotz der Unsterblichkeit weiterhin ihre charakteristischen Eigenschaften behalten. Mit einem anderen Zelltyp ist es der Forschergruppe bereits gelungen, ein kontrolliertes Zellwachstum zu erzeugen, ohne die Zellbarriereeigenschaft zu verändern. Das Zellteilungsprogramm der Zelle ließ sich sogar durch eine zusätzlich eingebrachte gentechnische Veränderung ein- und ausschalten. Das neue Verfahren soll nun auf Lungenepithelzellen übertragen werden. Die Zellen sollen so eine dichte, undurchlässige Schicht bilden.

Das Zellkulturmodell soll in der Grundlagenforschung zu Fragen dienen, wie z. B. Grippeviren die Lungenbarriere überwinden oder in der angewandten Forschung zum Einsatz kommen bei der Untersuchung, wie Medikamente die Gewebebarriere der Lunge überwinden. Es ließen sich hierbei Tierversuche reduzieren und bestenfalls ersetzen.

Quelle: http://www.helmholtz-hzi.de/de/