Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Mittwoch, 24 August 2011 14:10

Fraunhofer-Institute entwickeln biokompatible künstliche Blutgefäße

Bislang war es schwierig, kleine und komplexe Blutgefäße künstlich herzustellen, die im Rahmen des Tissue Engineering erzeugte Organe oder Gewebe mit Nährstoffen versorgen sollen. Mittels des Rapid Prototyping lassen sich nun auch solche filigranen komplexen 3D-Modelle herstellen.


Den Wissenschaftlern des Forschungsverbundes der fünf Fraunhofer-Institute IGB in Stuttgart, IAP in Potsdam, ILT in Aachen, IPA in Stuttgart sowie IWM in Freiburg ist es gelungen, die Technik des sogenannten Rapid Prototyping auf elastische Biomaterialien zu übertragen. Hierbei kombinieren sie die 3D-Drucktechnik des Rapid Prototyping unter Verwendung von Tinten aus Hybridmaterialien mit der Multiphotonenpolymerisation. Damit lebende körpereigene Endothelzellen an den künstlich hergestellten Röhrchen anwachsen, verwenden sie Ankerproteine an den Röhrcheninnenseiten und Heparin (ein Mittel zur Blutgerinnungshemmung) damit spätere Bestandteile des Blutes, das durch die neuen Gefäße geleitet wird, nicht an den Wandinnenseiten kleben bleiben.

Ein erster Prototyp befindet sich derzeit im Aufbau. Auch wenn eine Organtransplantation dieser Art noch in weiter Ferne liegt, wird die Verwendung dieser Art von Tissue Engineering als Testsystem zum Ersatz für Tierversuche in Erwägung gezogen.

Weitere Informationen:

Dr. rer. nat. Günter Tovar
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik
Nobelstr. 12
70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-4109
Fax +49 711 970-4300

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news437587