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Mittwoch, 10 August 2011 07:10

Mitochondrien der iPS-Zellen mutieren besonders häufig

Forscher vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik haben herausgefunden, dass sich während der Reprogrammierung von induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) Mutationen in das Erbgut der iPS-Zellen bilden. Besonders hiervon betroffen sind die Mitochondrien.


Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) können sich in nahezu alle anderen Zelltypen verwandeln. Im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen sind sie ethisch unbedenklich, weil für ihre Herstellung keine Embryonen genutzt, sondern ausdifferenzierte Körperzellen mittels gentechnisch eingebrachter
zusätzlicher Gene reembryonalisiert werden. Von hier aus können sich die Zellen wieder in jeden Zelltyp verwandeln. Wie die Wissenschaftler um James Adjaye vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik festgestellt haben, treten jedoch während der Reprogrammierung Mutationen im Erbgut der iPS-Zellen auf, wobei besonders die Mitochondrien betroffen sind, deren Erbinformation nicht im Zellkern, sondern in den Mitochondrien selbst gelagert ist. Nach Sequenzierung des Mitochondriengenoms haben die Forscher Punktmutationen (Substitutionen) festgestellt. Die Häufigkeit unterschied sich je nach iPS-Stamm.
Da diese Substitutionen keine Auswirkung auf die Reprogrammierung der iPS selbst zeigen, raten die Forscher dringend, vor einer möglichen klinischen Anwendung die iPS unbedingt auf solche Mutationen zu testen.

Quelle: http://www.biotechnologie.de/BIO/Navigation/DE/root,did=129040.html
Originalliteratur: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/stem.683/abstract