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Donnerstag, 17 März 2011 10:40

Zuckermoleküle vom Fließband

Die Synthese von Zuckermolekülen ist für die Entwicklung von neuen Biotech-Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln oder Impfstoffen zunehmend von Bedeutung - ein Thema für die Glykobiotechnologie, anlässlicher derer sich Wissenschaft und Wirtschaft unlängst im März in Berlin trafen.


Die Erforschung und der Nachbau verzweigter Zuckerbäumchen, die sich naturgemäß auf der Oberfläche von Proteinen und Zellen befinden, ist das zentrale Thema der Glykobiotechnologie. Vom 10. bis zum 12. März tauschten sich dazu Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft beim „Glycan Forum“ über neueste Entwicklungen in der Glykobiotechnologie aus. Hier wurden Fortschritte vor allem bei der Sequenzierung von Zuckerketten durch massenspektrometrische Methoden und bei der Herstellung komplizierter Moleküle erzielt. Synthetische Kohlenhydrate eignen sich z. B. als Impfstoffe, da sie auf den Hüllen von Krankheitserregern sitzen und dem Immunsystem einen Angriffspunkt bieten. Durch künstliche Synthese kann man mit diesen Zuckern das Immunsystem gegen einen mögliche Infektion trainieren.

Mittlerweile werden drei Prototypen einer vollautomatischen Synthese-Anlage für Kohlenhydrate, mit der komplexe Moleküle aus vernetzten Zuckermolekülen gezielt in wenigen Stunden hergestellt werden können, getestet. Die Entwickler, das Team um Peter Seeberger vom Potsdamer Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, arbeiten derweil an einer kompakteren und leichter zu handhabenden Version des Synthesegeräts. Er sollen ab 2012 kommerziell verfügbar sein.

Weitere Informationen: http://www.biotechnologie.de/