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Tierschutzforschungspreisverleihung des Bundesministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) 2011

Prof. Dr. Claus-Michael LehrDr. Eva-Maria Collnot und Fransisca Leonard, Abteilung Biopharmazie und Pharmazeutische Biotechnologie der Universität des Saarlandes, sowie Dr. Jörn Hendrik Reuter, Leiter der Abteilung experimentelle Toxikologie der Beiersdorf AG sind die diesjährigen Preisträger des Tierschutzforschungspreises des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.


Der Preis wurde am 13. Dezember im Bundesinsitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin verliehen. Die drei Preisträger der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Claus-Michael Lehr, Dr. Eva-Maria Collnot und Fransisca Leonard wurden für ihre Entwicklung eines dreidimensionalen Ko-Kulturensystems, bestehend aus verschiedenen Zelltypen (Enterozyten, Monozyten und dendritischen Zellen) ausgezeichnet. Mit ihrem Modell lassen sich Darmentzündungen künstlich erzeugen mit dem Ziel, die Veränderung der Zellbarriereeigenschaften bei einer Medikamentengabe zu untersuchen. Die Preisträger hatten bereits im Sommer hierfür den Tierschutzforschungspreis des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. InVitroJobs hatte hierzu über das Verfahren berichtet und auch ein Interview mit Prof. Lehr geführt.

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Von links nach rechts: Staatssekretär des BMELV Peter Bleser, Preisträger Fransziska Leonard, Dr. Eva-Maria Collnot, Prof. Dr. Claus-Michael Lehr, Preisträger Dr. Jörn Hendrik Reuter (Beiersdorf AG) und PD. Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR
Foto: BfR / Friedmann-Marohn

Dr. Jörn Hendrik Reuter, Abteilungsleiter der in vitro-Toxikologie der Beiersdorf AG, erhielt die Auszeichnung für seine Entwicklung eines in vitro-Tests, mit dem man Haut-sensibilisierende Chemikalien identifizieren kann. Für den Test wurden Monozyten (Vorläufer der großen Fresszellen) aus der übriggebliebenen Zellfraktion nach der Plasmagewinnung aus Blutspenden verwendet und aus ihnen dendritische Zellen gezüchtet. Die dendritischen Zellen haben eine wichtige Funktion bei der Abwehr fremder Stoffe in der Haut. Die Zellen werden kultiviert und dann die Testsubstanz auf die Zellen aufgegeben. Durch den Fremdstoff (Kontaktallergen) wird das T-Zell-Immunsystem aus den Lymphatischen System aktiviert. Das Kontaktallergen bildet  sogenannte Haptene, d.h. Proteinkomplexe, mit dem Fremdstoff, welche auf der Oberfläche spezialisierte Membranproteine tragen (in diesem Fall CD86) tragen, die vom Rezeptor der T-Zelle erkannt werden können. Die dendritische Zelle mit dem Oberflächenprotein vermehrt sich nun klonal immer wieder, weshalb der Mensch immer wieder allergisch auf einen bestimmten Stoff reagiert. Das Oberflächenmolekül – CD86 – wird in dem Test durchflusszytometrisch gemessen.

Der Test wurde inzwischen ergänzt um einen UV-Bestrahlungsschritt, denn viele Kontaktallergene werden erst infolge UV-Einstrahlung wirksam. Durch den neuen Test kann der Local Lymph Node Assay an Mäusen ersetzt werden.

Lesen Sie hier auch das Kurzinterview hierzu mit dem Preisträger Dr. Hendrik Reuter.


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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 26. Januar 2012 um 22:52 Uhr
 


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